DEKRET – über die Vereinigung von Pfarreien zu Verantwortungs-gemeinschaften

Bischof Dr. Heiner Koch verbindet die Pfarreien Leipzig-Süd und Markleeberg zum 1. Januar 2015 zu einer Verantwortungsgemeinschaft. Mit den kirchlichen Orten dieses Territoriums sollen wir gemeinsam erkunden, wie wir uns und alle Menschen mit Christus in Berührung bringen können.

„Die Verbindung zur Verantwortungsgemeinschaft berührt die rechtliche Selbständigkeit der betroffenen Pfarreien nicht, bildet aber den Rahmen, in dem sich ggf. eine territoriale Neugliederung vollziehen wird.“ Mit einer Steuerungsgruppe und Begleitung seitens des Ordinariates leitet Pfarrer Wolf diesen Prozess.

Zum Gemeindeabend am 7. Januar 2015 um 20.00 Uhr im Gemeindehaus von St. Bonifatius, Prinz-Eugen-Straße 21 werden Einzelheiten vorgestellt und Fragen diskutiert werden. Das Dekret im Wortlaut:

Vereinigung von Pfarreien zu Verantwortungs-gemeinschaften

Mit dem Schreiben „Berufen zur eucharistischen Kirche“ vom 18. Oktober 2013 habe ich einen pastoralen Erkundungsprozess im Bistum Dresden-Meißen initiiert. Dieser soll dazu beitragen, dass es der Kirche neu gelingt, die Menschen mit dem Gott Jesu Christi in Berührung zu bringen, vor allem jene, welche die erfüllende Freude seiner Gegenwart gar nicht kennen.

Dieser pastorale Erkundungsprozess wurde seither in der Diözese und ihren Gremien umfassend thematisiert und kommuniziert. Wichtige Gelegenheiten waren neben den Sitzungen des Priesterrates und der Dekanekonferenz die Priesterwerkwochen und die Diözesankonferenz der Gemeindereferenten und -referentinnen. Besuche in den Gemeinden, Infor-mationsveranstaltungen, zahlreiche Beratungen und Stellungnahmen einzelner Pfarreien trugen dazu bei, die Gegebenheiten wahrzunehmen, die Anliegen des Prozesses zu vermitteln und das Vorgehen zu konkretisieren.

Dabei wurde deutlich, dass es für den weiteren Verlauf des pastoralen Erkundungsprozesses einen verbindlichen territorialen Rahmen braucht, in dem die Pfarreien und die auf ihrem Gebiet befindlichen kirchlichen Gemeinschaften und Einrichtungen sich gemeinsam der Frage nach dem Auftrag der Kirche und seiner Erfüllung neu stellen und füreinander Verantwortung übernehmen.

Dazu ergeht das folgende Dekret.

Dresden, den 17. Dezember 2014

Dr. Heiner Koch

Bischof von Dresden-Meißen

DEKRET – über die Vereinigung von Pfarreien zu Verant-wortungsgemeinschaften

„Um die Hirtensorge durch gemeinsames Handeln zu fördern“, ermöglicht das Kirchenrecht dem Bischof die Verbindung benachbarter Pfarreien zu besonderen Zusammenschlüssen (can. 374 §2 CIC).

Die mit diesem Dekret begründeten besonderen Zusammenschlüsse tragen im Bistum Dresden-Meißen den Namen „Verantwortungsgemeinschaften“. Diese Gliederungsebene ist unterhalb der Dekanate angesiedelt und erhält bei ihrer Errichtung keine eigene Rechtsfähigkeit. Leiter der Verant-wortungsgemeinschaft ist ein Pfarrer, dessen Pfarrei sich in diesem Zu-sammenschluss befinden muss.

Die Verbindung zur Verantwortungsgemeinschaft berührt die rechtliche Selbständigkeit der betroffenen Pfarreien nicht, bildet aber den Rahmen, in dem sich ggf. eine territoriale Neugliederung vollziehen wird.

Die Pfarrer, die ihr Amt und ihre Hirtensorge unter der Autorität des Diöze-sanbischofs ausüben (can. 515 §1 CIC), werden verpflichtet, das gemein-same Handeln innerhalb der jeweiligen Verantwortungsgemeinschaft aktiv zu entwickeln und zu befördern.

Wichtige Eckpunkte, an denen dieses gemeinsame Handeln deutlich wird und die von jedem Pfarrer sichergestellt werden müssen, sind:

– persönliche – d.h. nicht dauerhaft delegierbare – und konstruktive Zusammenarbeit in der Verantwortungsgemeinschaft, besonders mit dem Leiter der Verantwortungsgemeinschaft, dem/der Prozessberater/-in, den anderen Klerikern und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;

– aktive und kontinuierliche Mitarbeit von Vertreter/innen der Pfarrei in der Steuerungsgruppe der Verantwortungsgemeinschaft;

– Beratung von regional bedeutsamen pastoralen Aktivitäten und Entscheidungen der Pfarrei mit der Verantwortungsgemeinschaft;

– Einholung von Voten innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft bzw. Abgabe qualifizierter Voten zur Weiterleitung an das Bischöfliche Ordinariat bei der Beantragung von genehmigungspflichtigen Bau- oder Sanierungsmaßnahmen durch eine Pfarrei der Verantwor-tungsgemeinschaft sowie bei Personalentscheidungen in Hoheit der Pfarrei;

– Vorlage und Diskussion von pastoralen Überlegungen oder Aktivitäten, die von der Steuerungsgruppe für die Verantwortungsgemeinschaft vorgeschlagen werden, im eigenen Pfarrgemeinderat und ihre Übermittlung an die ggf. innerhalb der Pfarrei vorhandenen kirchlichen Orte;

Kirchliche Orte bezeichnen hier Einrichtungen, Gemeinschaften, Vereine, Initiativen oder Kreise, die nicht Teil des Rechtsträgers Pfarrei sind, aber durch ihr Wirken die Sendung der Katholischen Kirche in die Welt verwirklichen.

– Beteiligung an der Entwicklung von Konkretionen zur Gestaltung des kirchlichen Lebens in der Verantwortungsgemeinschaft unter Beteiligung der kirchlichen Orte und im Rahmen der pastoralen sowie strukturellen Vorgaben des Bischofs;

– persönliche Weiterbildung und Information der pfarrlichen Gremien zu neuen Entwicklungen im pastoralen Erkundungsprozess.

Der weitere Rahmen des gemeinsamen Handelns ergibt sich – dem Prozessgedanken folgend – aus der jeweils aktuellen Version der Handreichung der Hauptabteilung Pastoral und Verkündigung des Bischöflichen Ordinariats zum pastoralen Erkundungsprozess (vgl. Handreichung „So da sein, wie ER da ist“, 2014).

Bischof Heiner Koch, Dekret über die Vereinigung von Pfarreien zu Verantwortungsgemeinschaften, Dresden, 17.12.2014

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